Klar, man lernt irgendwann, mit ISO und Fokus umzugehen.
Aber ehrlich? Die richtig wichtigen Lektionen kriegt man zwischen zwei Songs, irgendwo zwischen Schweiß, Bier und Feedback.
Hier sind fünf Dinge, die mir kein Fotokurs beigebracht hat.
1. Immer auf die Schuhe achten.
Nicht weil sie cool aussehen müssen (obwohl, na ja…).
Sondern weil du auf allem stehst: Kabel, Bier, Wachs vom Nebelgerät, manchmal sogar auf jemandes Hand.
Meine Favoriten: alte Converse mit dicker Sohle, gut eingelaufen. Nichts Neues, nichts Glattes – sonst endet der Abend schnell auf dem Boden.
Ich hab mal fast den halben Gig auf einem klebrigen Energy-See verbracht. Nie wieder ohne feste Sohlen.
2. Der beste Platz ist nie der, den du geplant hattest.
Du denkst: “Von hier hab ich alles im Blick.”
Zehn Minuten später steht ein Typ mit zwei Metern Haarpracht direkt vor dir.
Plan B: immer. Und manchmal wird genau das Bild vom “falschen” Platz das Beste.
3. Lerne, die Kontrolle loszulassen
Du kannst nicht alles einfangen.
Die besten Momente passieren, während du denkst: „Mist, zu spät!“
Also hör auf, alles perfekt zu wollen. Lehne dich zurück, atme, beobachte – und dann drückst du ab.
Manchmal ist das Ergebnis besser, wenn du einfach mal loslässt.
4. Nie nüchtern – aber auch nie betrunken.
Ich meine das metaphorisch (meistens).
Zu viel Adrenalin oder zu viel Bier, und du siehst nichts mehr.
Die besten Fotos passieren, wenn du leicht vibrierst – nicht, wenn du schwankst.
5. Dunkelheit ist dein Freund.
Ich hab aufgehört, die Dunkelheit zu bekämpfen.
Manchmal ist sie der Grund, warum ein Bild funktioniert.
Das, was du nicht siehst, macht’s spannend.
Und ehrlich: zu viel Licht ist eh langweilig.
Fazit: Konzertfotografie ist kein Hobby, es ist ein Kampfsport mit Emotionen, Kabeln und Lichtstrahlen.
Und wer das überlebt, darf sich einen Aftershow-Snack gönnen.
🖤
<- Bild von Katja Mangold