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II. Der Weg in die Dunkelheit

By Leyre Jerez Marin

Als Kind war ich gar nicht so düster. Ich mochte einfache Dinge, Farben, helle Nachmittage, fröhliche Filme. Doch mit der Zeit begann sich etwas zu verändern. Ich glaube, die Musik war es, die diese Tür geöffnet hat.

Ich erinnere mich genau an meine ersten CDs. Ich wählte sie, ohne genau zu wissen warum – angezogen von den Covern, von den intensiven Blicken der Musiker oder von einem geheimnisvollen Titel. Und wenn ich sie hörte, hatte ich das Gefühl, dass in mir endlich etwas an seinen Platz fiel. Plötzlich hatte die Welt eine andere Tiefe. Die tiefen Akkorde, die melancholischen Texte, die verzerrten Gitarren – all das zeigte mir eine andere Art von Schönheit, ehrlicher, echter. Es war keine Traurigkeit, es war Intensität. Es war Leben.

Vielleicht war das der Moment, in dem ich begann, anders zu sehen. Ich achtete auf Schatten, auf Texturen, auf das, was außerhalb des Fokus lag. Ich entdeckte, dass Dunkelheit nichts war, dem man ausweichen musste, sondern etwas, das man umarmen, verstehen, ja sogar feiern konnte. Ich begann, mich für Hexen, Kerzen, alte Spitzen, Rituale und dichte Atmosphären zu begeistern. All das, was zwischen Mystik und Intimität schwebt.

Und natürlich führte mich die Musik zu Konzerten. Ich erinnere mich an die ersten, die ich besuchte – dieser Moment, bevor die Band anfängt, wenn die Lichter ausgehen und alle den Atem anhalten. Dieses Gefühl gespannter Energie, dieser stille Zusammenhalt. Da wurde mir klar, dass ich genau das festhalten wollte. Nicht nur die Show, sondern die Emotion, die zwischen den Menschen schwebt, den konzentrierten Blick eines Musikers, das Aufblitzen von Schweiß im roten Scheinwerferlicht.

Ich begann, mit meiner Kamera zu Konzerten zu gehen, ohne andere Absicht, als diese für mich beinahe heiligen Momente einzufangen. Doch nach und nach merkte ich, dass in diesen Fotos alles steckte, was ich bin: meine Liebe zur Musik, meine Neugier auf das Licht, mein Bedürfnis, die Welt nicht durch Worte, sondern durch Empfindungen zu verstehen.

So entstand Optica Obscura. Nicht als durchdachtes Projekt und nicht als Marke, sondern als eine Art zu sehen. Ein Blick, der aus der Dunkelheit kommt, aber nicht dort bleibt, sondern das Licht sucht, das sich darin verbirgt. Denn am Ende geht es genau darum: zu lernen, das Unsichtbare zu sehen und zu entdecken, dass auch das Dunkle leuchten kann.

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